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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns?

Immer wieder mal was Neues. Darum geht es auch auf unserer Afrika-Tour. Doch gestern durften wir eine eher schockierende und nicht ganz erfreuliche Erfahrung erleben. Dabei stellt sich uns die Frage: Ist die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns wirklich kleiner als das Eintreten unseres Ereignisses oder waren wir wirklich die glücklichen Gewinner?    

Gestern Mittag, am Samstag den 14.04.18, also einen Tag nach dem Freitag den 13., sind wir wie üblich an unserem neuen Campingplatz angekommen. Sehr freundlich im Tsaobis Nature Reserve empfangen, wurden wir auch gleich auf den sehr sauberen, gepflegten Platz begleitet. Wie bei dieser Hitze üblich, haben wir einen schattigen Platz unter einem wunderbar grossen Baum gesucht.

 

Mitten im Nachmittag dann hörten wir auf dem Baum ein leises knacksen und dachten, es sei ein Vogel, der sich sein Nest zurechtrückt. Dreissig Sekunden später knackste es dreimal richtig und auf einen Knall fiel ein riesen Ast quer auf Bovi und unser aufgestelltes Dachzelt. Der Ast hing auf der einen Seite noch in anderen Ästen fest wobei die andere Seite sich auf dem Hardtop und unseren Diesel-Kanistern abstützte. Das massive Gewicht drückte Bovi sichtlich in die Knie. Schock. Was nun? Wie kriegen wir diesen wieder weg? Wer kann uns mitten in der Wildnis helfen?

 

Nach kurzer Einschätzung der Lage sauste Claudio direkt zur Rezeption und stiess dort auf einen der Besitzer, zwei Jungs, die Rezeptionistin, die Köchin und die Reinigungsfrau. Einen geeigneten Traktor oder dergleichen zur Bergung war nicht vorhanden. Kein Wunder, denn nicht täglich fällt ein halber Baum auf einen Camper.

 

Zurück am Tatort, begann einer der Jungs gleich herzhaft am Ast zu ziehen, ohne eine Sekunde zu überlegen, was für Ursachen eine solch unüberlegte Aktion haben könnte. Diese «Muckis, dann Verstand»-Arbeitsweise musste während den ganzen Bergungsarbeiten immer wieder ausdrücklich unterbunden werden, denn wir sind massiv auf heiles Material angewiesen.

 

Nach einigen konstruktiven Ideen haben wir uns entschieden, zuerst das Dachzelt zu entfernen und dann mit der Befreiung von Bovi voranzuschreiten. An dieser Stelle waren wir das erste Mal herzlich dankbar für die Schnellverschlüsse der Dachzelthalterung, dank welchen wir das Zelt innert Minutenfrist entfernen konnten.

 

Beim weiteren Vorgehen haben wir uns entschieden, zuerst langsam die dünneren, stacheligen Äste zu entfernen um weitere Kratzer am Fahrzeug zu verhindern. Als zweites kam dann erstmalig unsere kleine Motorsäge zum Einsatz, mit der wir die grösseren Äste zurechtstutzen konnten.

 

Dann stand die effektive Befreiung an: Als Hilfsmittel konnten die Jungs lediglich eine lottrige Bockleiter auftreiben, die nun jedoch perfekt zum Einsatz kommen konnte. Während wir zu Dritt den Ast um wenige cm Anheben konnten, platzierte der Chef die Leiter als Stütze darunter. Infolge dessen konnte Fabi mit viel Gefühl Bovi aus der Gefahrenzone bringen und prompt krachte der Ast hinter dem Fahrzeug nieder.

 

Endlich alles wieder in Sicherheit, begannen die Aufräumarbeiten.

  • Bovi musste von allen Ästen bzw. Dornen befreit werden
  • Das teils durchlöcherte Dachzelt fand seinen Platz wieder auf dem Hardtop
  • Der Tatort wurde grob aufgeräumt
  • Unseren Campingplatz wählten wir zwischen und nicht mehr unter den Bäumen
  • Und wir fanden unseren Platz hinter einem kühlen Bier 

Heute am Folgetag begannen nun die administrativen Arbeiten. Der Inhaber und die Versicherungen wurden erstmals kontaktiert und ein Actionplan für die Reparaturen konnte zurechtgelegt werden. Morgen geht es für uns ausserplanmässig nach Windhoek, wo wir die Genesung unseres Fahrzeugs und des Materials vorantreiben werden.

 

Schlussendlich dürfen wir aber betonen, dass wir ein riesen Glück hatten. Uns geht es super gut und der Schaden am Material hält sich verhältnismässig in Grenzen.    


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Kommentare: 3
  • #1

    Marcel und Sonja (Sonntag, 15 April 2018 20:38)

    Es Rieseglück, dass ihr alles gsund überlebt händ. Bruched ihr es Pflästerli für de Bovi, hihi

  • #2

    Sara & Reto (Sonntag, 15 April 2018 22:52)

    Das tut uns leid. Es ist aber das Wichtigste, dass Euch zwei nichts passiert ist.
    Wir hoffen, dass die Schäden gering sind. Gute und sichere Weiterreise.
    LG

  • #3

    Barbara (Freitag, 20 April 2018 15:29)

    Glück im Unglück. Die Hauptsache ist, dass es euch gut geht. Erholt euch alle drei gut von dem Schock und geniesst eure Reise.