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Rasergeschwister erhalten Kollektivbusse

Kaum ist der Besuch der Maus beendet, treten die nächsten, spannenden Herausforderungen auf. Glücklicherweise meistert Bovi die Situationen oft souveräner als sein gemieteter Kollege.

Bereits in Windhoek wurden wir sowohl von den schlechten Strassenverhältnissen, als auch von der extrem strikten Durchsetzung des Gesetztes in Botswana gewarnt. Letzteres beginne bereits bei den Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Mit dieser Vorwarnung ging es am 15.05.18 locker und zügig über die Grenze.

 

Kaum auf den Strassen von Botswana angekommen, wurde uns klar, was mit den Vorwarnungen gemeint war. Die Strassenverhältnisse sind derart miserabel, dass einige Strecken trotz Teer lediglich im Schritttempo durchquert werden konnten. Die löchrigen Hauptverbindungsachsen forderten schnell das erste Opfer. Nach einigen Metern war bereits ein Steinschlag auf der Windschutzscheibe des Mietautos zu verzeichnen. Kurz darauf quittierte einer der hinteren Kotschutzlappen seinen Job und fiel an der ersten Tankstelle bereits ab.

 

Wieder mit vollem Tank ging es weiter in Richtung Maun. Am Dorfende winkte uns dann eine freundliche Dame des Gesetzes entgegen. Am rechten Strassenrand stand ihr Kollege mit dem Radargerät. Der Fall war klar, uns wurde kein Käse erzählt, die Kontrollen finden tatsächlich statt. Sandra und Claudio sassen an den beiden Steuern und fuhren 78 bzw. 75 km/h anstatt den erlaubten 60 km/h. Glücklicherweise waren wir zusammen unterwegs, denn im Gegensatz zur Schweiz gibt es hier die Sonderregelung «Zwei für eins». Dazu nahmen sie die schnellere Geschwindigkeit von Sandra und verrechneten diese auf Claudio nur einmal. Der verhältnismässig horrende Preis stimmte Claudio dann aber stutzig und er beharrte darauf, dass die Busse im Polizeiposten bezahlt wird. Kurz Geld vom Bankomaten geholt und dann ab aufs Polizeipräsidium. Nun wollten wir wissen, ob diese Busse korrekt ausgestellt wurde. Auf dem schäbigen Tresen der Empfangsdame lagen zwar diverse Blätterstapel, doch darunter war kein Bussenkatalog zu finden. Nach ein paar Telefonaten wurden Sandra und Claudio an diversen Büros vorbei zum Postenchef gebracht. Der stämmige, grimmige Herr entpuppte sich nach ein paar Minuten als sehr kooperativ und erklärte die Bussenberechnung freundlich. Die Strafe wurde daraufhin einsichtig bezahlt und die Reise nach Maun konnte weitergeführt werden. Für den ersten Tag in Botswana reichten diese drei Zwischenfälle aus.

 

Am Folgetag, auf der Fahrt zum ersten Campingplatz im Moremi National Park, mussten wir dann einige Wasserstellen durchqueren. Die eine war für den Hilux von Sonja und Sandra anscheinend zu tief. Denn das kümmerlich montierte Nummernschild blieb in der dunklen Pfütze unauffindbar liegen.

 

Am selben Abend gab dann auch noch der bereits schon lädierte Kühlschrank des Mietfahrzeugs seinen Geist auf. Glücklicherweise bot der Kühlschrank von Bovi reichlich Platz.

 

Zwei Tage später reisten wir weiter durch die unberührte Wildnis. Die Wege waren schmal, abenteuerlich gestaltet und wiesen oft grobe Löcher auf. An einer Stelle ragte ein spitzer Ast zu weit aus dem Gebüsch und Sandra küsste ihn mit der Seitenwand des Reifens. Nach einem lauten Knall war der linke hintere Reifen zerfetzt und komplett flach. Es stand nun ein abenteuerlicher Radwechsel in der Heimat von diversen Raubtieren auf dem Programm. Deshalb durfte Sonja als Wächterin den Platz auf dem Fahrzeugdach einnehmen und Claudio schraubte mit Hilfe von Sandra das Ersatzrad an.

 

Gestern sind wir dann in der Chobe Safari Lodge angekommen und konnten das coole Zimmer beziehen. Als Claudio seine Kleider für das Abendessen bereitlegte, rannte ihm zur Abwechslung wieder eine Maus über den Weg. Dieses Mal verkroch sie sich in seiner Kleidertasche. Also Tasche auf den Gang und raus mit der Maus. Dies gestaltete sich wesentlich einfacher als im Fahrzeug. Nach ein paar Schreien von Fabi und Sandra und einem darauffolgenden Schlag mit dem Schuh war die Angelegenheit beendet.

Flussüberquerung
Platten am Mietauto
Radwechsel zwischen den Raubkatzen

Bilder: Botswana

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Kommentare: 3
  • #1

    Sara (Montag, 21 Mai 2018 22:20)

    Das sind Abenteuerferien vom feinsten!! Wir hoffen, dass es vorallem Euch gut geht.
    Gute Weiterfahrt.

  • #2

    Barbara (Dienstag, 22 Mai 2018 21:15)

    1a-Erlebnisse. Besten Dank dafür.

  • #3

    Marcel (Sonntag, 27 Mai 2018 10:05)

    Ja, ja, auch in Botswana gibt es Bussen.
    Scheinbar hilft verhandeln nichts.