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Ein Muss für Tierbeobachter

Noch an der Westküste von Südafrika, kurz vor der namibischen Grenze haben uns zwei Deutsche erzählt, dass sie ganze drei Wochen im Krüger National Park verbracht hatten, da er ihnen so sehr gefallen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war das für uns noch gar nicht verständlich. Wie kann man nur so viel Zeit in einem Park verbringen? Muss doch komplett langweilig sein.    

Den Norden des Krüger National Parks mit guten Erinnerungen hinter uns gelassen, führte unsere Route anfangs Juni in den südlichen Teil des Parks. Die landschaftlich abwechslungsreiche und wunderbar intakte Natur wurde auch in diesem stärker besuchten Teil weitergeführt. Erstaunlicherweise spürt man auch hier in Afrika den Spätherbst mit all seinen spannenden Facetten. So begannen sich die Blätter gelb, rot und braun einzufärben, am Morgen lag immer mal wieder ein düsterer Nebel über den Hügeln und oft zog eine kühle Brise durch die stark besuchten Campingplätze.

 

Nicht nur landschaftlich bietet der Süden ein 1A-Erlebnis. Wie immer wieder zu hören ist, konnten auch wir eine extrem vielfältige und spannende Fauna erleben. So wurden wir ganz im Süden auch endlich mit den lang ersehnten Breitmaulnashörnern beschert. Neben den bald schon selbstverständlichen «Big Five» durften wir diverse seltenere Tierarten ausmachen. Von Raubtieren wie Serval, Wildhunde, Afrikanische Wildkatzen, Klein- und Grossfleckenginsterkatzen, Afrikanische Zibetkatzen über Stachelschweine und Galagos bis hin zu diversen süssen Jungtieren konnten wir eine riesen Vielfalt entdecken. Dazu kamen noch weitere sonderbare Erlebnisse:

  • Direkt von den Campingplätzen aus konnte man vom Morgenessen bis nach dem Sonnenuntergang immer wieder Impalas, Kudus, Wasserböcke, Hyänen, Elefanten und Nashörner begutachten.
  • In den Camps waren oft süsse Buschböcke unterwegs. Leider wurde man aber auch von Bärenpavianen und vor allem Grünmeerkatzen belagert. Diesen aufdringlichen Artgenossen wurden wir mit einer kraftvollen Steinschleuder Meister.
  • Eines Morgens kam uns ein Leopard auf der Strasse entgegen, schaute uns auf 1.5 Metern verdutzt an und zog dann langsam ins Gebüsch.
  • Auf dem Campingplatz «Berg-en-Dal» erlebten wir beim Frühstück direkt vor dem Zaun wie Wildhunde einen Impala zur Strecke brachten.
  • Auf einem Sunset-Drive begegneten uns diverseste Raubkatzen am selben Abend.
  • Löwen zogen durch die stehenden Fahrzeuge über die Strassen und spielten dabei miteinander.

Diese sonderbaren Begegnungen und Erlebnisse dürfen aber nicht als selbstverständlich angeschaut werden. Denn viele Südafrikaner, die schon über 20 Jahre in den Park gehen, haben noch nie Leopard, Wildhunde, Serval etc. gesehen. Wir waren also sehr stark mit Glück gesegnet.

 

Abgesehen von der Landschaft und den Tieren fühlt man sich im Park fast als wäre man in Europa unterwegs. Man lebt eigentlich in einem eigenen Land, das zufälligerweise in Südafrika liegt.

 

Die ruhige und erholsame Zeit genossen wir in vollen Zügen. So haben wir zwischendurch die Campingplätze nicht verlassen und die Tiere von uns verschont.

 

All diese erfreulichen Eindrücke haben uns schlussendlich dazu bewegt, weitere fünf Tage im Park zu bleiben. Summa summarum ergab das dann genau 3 Wochen. Demzufolge mussten wir auch unsere ursprüngliche Haltung revidieren und können bestätigen: Drei Wochen Kürger National Park sind keinesfalls langweilig!    

Bilder: Südafrika

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